SHOWER / SHOWER
SHOWER
1997 - 6 Videoprojektionen auf 6 Duschvorhänge
Frei in einem dunklen Raum oder in den Türöffnungen von gebauten Kabinen hängen weiße Duschvorhänge, auf die duschende Menschen projiziert werden. Die Körper erscheinen in realer Größe, aber leicht schemenhaft, die Konturen diffus, da die Duschszenen von der Videokamera durch einen durchsichtigen, leicht geriffelten Vorhang gedreht wurden. Der Betrachter wird kaum erkennen können, ob die Falten und Strukturierungen der Vorhänge real oder projiziert sind.
Frauen und Männer duschen getrennt voneinander. Auf oder hinter drei Vorhängen duschen abwechselnd sieben Frauen und hinter den anderen drei Vorhängen sechs Männer. Das Rauschen und Plätschern des Wassers und die Geräusche der Duschenden erfüllen den Raum und mischen und verstärken sich gegenseitig.
Eine Arbeit, die den Betrachter von "Shower" zum Zu-Schauer, zum Voyeur werden lässt, der jedoch keine "bodygestylten" Models, sondern ganz "normale" Menschen beobachtet und sich daher vielleicht an sich selbst erinnert fühlt ...
In dem englischen Wort für Dusche, "Shower", steckt buchstäblich das Wort "to show", das sowohl "zeigen" und "zur Schau stellen", als auch "schauen", "sehen" und "durchblicken" bedeuten kann. Zudem entspricht die Aussprache von "Shower" dem deutschen Begriff "Schauer", wie Zu-schauer, aber auch Regenschauer und Angstschauer. Die Dusche kann als Ort angenehmer, erotischer Empfindungen verstanden werden, jedoch sich genauso in einen Ort des Grauens verkehren. Ich möchte hier nur an die Duschszene in Hitchcocks Film "Psycho" erinnern.
Die Darsteller: Christin Bolewski, Cornelia Gerecke, Kirsten Glauner, Lilo Mangelsdorff, Evelyn Mund, Ruth Prangen, Yvonne Spielmann, Klaus Gasteier, Bernd Gieserer, Thorsten Hoven, Jürgen Jansen, Arne Ludwig, Christian Weckerle
Die tatkräftigen Helfer: Egbert Mittelstädt, Jürgen Jansen, Klaus Gasteier
Die Unterstützer des Projektes: Marler Video-Kunst-Preis, Kunsthochschule für Medien Köln, Agrippa-Schwimmbad Köln, Frauenkulturbüro NRW, Epson GmbH Deutschland
Die Videoinstallation war erstmals vom 26. - 29.6.97 auf der Frauenmesse "top '97" in Düsseldorf zu sehen.
Im Rahmen des Wiesbadener Kultursommers "Kunstbaden" war die Installation vom 23.8. - 16.9.00 in einer Version für 4 Duschvorhänge in den Schaufenstern des ESWE-Forums in Wiesbaden, Friedrichstraße/Ecke Schillerplatz zu sehen. Die Scheiben wurden von innen mit einem Kachelimitat aus PVC verklebt. Mit Einbruch der Dunkelheit wurden die Projektionen auf den Duschvorhängen in den Türöffnungen der Schaufenster für die Passanten sichtbar.
In einer Version von 4 Projektionen war "Shower" in Avesta, Schweden (13.5. - 13.8.2000) und im Kulturhuset in Stockholm (21.6. - 5.8.01) zu sehen.
SHOWER
1997 - 6 video projections on 6 shower curtains
People taking a shower are projected onto white shower curtains that either hang freely in a dark space or in the doorways of "changing rooms" built on site. The bodies appear in full size but slightly shadowy. Their contours are diffuse because the scenes were shot with a video camera through a transparent and slightly textured curtain. The viewer is barely able to recognize if the curtain's folds and material are real or projected.
Women and men shower separately. On or behind three curtains seven women shower in turn. Behind the other three curtains there are altogether six men. The rushing and splashing water, as well as the sounds of those in the shower, blend together and amplifying each other, filling the space.
A work that turns the "Shower" viewer into a voyeur watching models who do not have perfect bodies, but are instead completely "normal" people - and the spectator may feel he is being reminded of himself...
The word "show" can be found in the English word for "Shower". This can mean "to show", "to put on view", as well as "to watch", "to see", and "to shine through". Phonically, "Shower" sounds like the German "Schauer", as in "Zu-schauer" (spectator) or "Regenschauer" (rain shower) and "Angstschauer" (shudder of fear). The shower can be understood as a place of comfortable, erotic sensations, but also a fearful atmosphere. I would like to remind you here of the shower scene in Hitchcock's film "Psycho".
Actors: Christin Bolewski, Cornelia Gerecke, Kirsten Glauner, Lilo Mangelsdorff, Evelyn Mund, Ruth Prangen, Yvonne Spielmann, Klaus Gasteier, Bernd Gieserer, Thorsten Hoven, Jürgen Jansen, Arne Ludwig, Christian Weckerle Active Helpers: Egbert Mittelstädt, Jürgen Jansen, Klaus Gasteier Project Supporters: Marl Video Art Prize, Academy of Media Arts Cologne; Agrippa-Schwimmbad, Cologne; Frauenkulturbüro NRW; Epson GmbH Germany
The video installation was first on view from 26 - 29 June 1997 at the Women's Fair "top '97" in Düsseldorf. It was later on view in a version with 4 projections in Avesta, Sweden (13 May - 13 August 2000), at "Kunstbaden" in Wiesbaden (23 August - 16 September 2000), and at the Kunstverein Ludwigsburg (1 October - 1 November 2000).