

Bodybuilder
Zwei Männer und zwei Frauen mit muskulösen Körpern in knallfarbenen Sportslips und Bikinis treten nacheinander vor weißem Hintergrund auf. Sie vollziehen einstudierte Bewegungsabläufe, bzw. ihre Kür, die sie bei Wettbewerben vor großem Publikum präsentieren. Hier stehen sie uns ohne Musikbeschallung in einer fast intimen Situation in realer Größe gegenüber. Ihre langsamen Bewegungen, das Knacken der Gelenke, ihr Atmen und Stöhnen, der austretende Schweiß lassen die große körperliche Anstrengung spürbar werden.
Der/die Betrachter/in versucht im Geiste die Muskelanspannungen nachzuvollziehen und vergleicht, wie vor einem Spiegel, sein oder ihr eigenes Erscheinungsbild mit dem der Athlet_innen. Dabei werden sie sich vielleicht auch ihrer Rolle als passive Voyeur_innen gegenüber eines/einer sich verausgabenden Akteurs/Akteurin bewusst.
Bodybuilder_innen begreift ihren Körper als etwas Gebautes, als Skulptur. Sie modellieren und gestalten ihn durch gezieltes Training und eine entsprechende Ernährung.
Durch die Form des Auftritts, das Posing, gerät der/die Betrachter/in in die Rolle eines Schiedsrichters oder einer Schiedsrichterin, der/die über den Grad der Perfektion entscheidet. Somit geht es hier inhaltlich auch um die Frage, was Schönheit ist und wie sie sich definiert.
Die Arbeit war erstmals im Rahmen der Einzelausstellung „Body-Bilder“ (2005) in der Galerie Gabriele Rivet in Köln zu sehen.